Christopher Thomas

Christopher Thomas, 1961 in München geboren, graduierte an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie. Zunächst arbeitete er erfolgreich als Werbephotograph. Seine journalistischen Arbeiten für Geo, Stern, das Süddeutsche Zeitung Magazin, Merian und andere Magazine haben bereits einige internationale Preise erhalten.

Als Kunstphotograph ist er vor allem durch seinen umfangreichen Zyklus Münchner Elegien bekannt geworden. Es folgten weitere Städteserien: New York Sleeps und Venedig, die Unsichtbare. Seine Städteportraits sind Stimmungsbilder, aufgenommen an Orten der Stille – menschenleer, jenseits des Trubels urbanen Lebens, so wie man es aus den Photographien des 19. Jahrhunderts kennt. Im Morgengrauen, wenn die Bewohner der Stadt noch schlafen, kurz vor der Abenddämmerung oder bei Nacht im Mondschein macht sich Christopher Thomas auf die Suche nach den passenden Momenten und Motiven für seine Photographien. Der Künstler photographiert mit einer Großformatkamera, die ihn zur Langsamkeit zwingt (eine für ihn gebaute Linhof Laufbodenkamera), mit Stativ, schwarzem Tuch und schwarzweißen Polaroid Filmen – Typ 55. Der Photograph verzichtet vollends auf digitale Nachbearbeitung.

Eine weitere Serie, Passion, entstand 2010 in Oberammergau während der Proben zu den Passionsspielen. Nicht die Massenszenen und die Buntheit der Inszenierung waren für den Photographen von Interesse, sondern die Konzentration auf einzelne Mitwirkende, deren Antlitz und die Gestalt individueller Figuren. Christopher Thomas Absicht war es die ungeheure Energie und Stimmung der Aufführung einzufangen. Gleichzeitig geben die Bilder zeitlose Eindrücke der Passion wieder. Ganz bewusst erinnern sie an Gemälde Alter Meister, etwa an Caravaggio, Zurbarán oder Rembrandt, und die Passionszyklen abendländischer Malerei. Für seine Serie Passion erhielt Thomas 2011 die höchste Auszeichnung (Silber) des Art Directors Club Deutschland in der Kategorie Photographie.

In seiner neuesten Werkserie #90 Cans bannt der Künstler profane Gegenstände, verrostete, im Zerfall befindliche Getränkedosen aus Metall, ins Bild. Nahezu obsessiv hat Christopher Thomas in den letzten fünfzehn Jahren auf seinen Reisen durch die Welt Dosen von der Straße aufgelesen. Mittels der Farbphotographie offenbart der Photograph die Schönheit der betörend zarten Farben der neunzig Dosen. Wie einzelne Porträtaufnahmen werden sie in gedämpften und faszinierenden Tönen vor schwarzem Hintergrund präsentiert.

Christopher Thomas Photographien wurden bereits mehrfach ausgestellt und veröffentlicht, darunter:

Münchner Elegien, die Serie, die 2005 im Fotomuseum München gezeigt und im selben Jahr bei Schirmer/Mosel veröffentlicht wurde. Mit New York Sleeps entstand kurze Zeit später eine weitere Polaroid-Serie. Diese Arbeiten wurden bisher bei Bernheimer Fine Art Photography in München ausgestellt sowie in der Steven Kasher Gallery in New York, Fifty One Fine Art Photography in Antwerpen und The Wapping Project, London. Die zugehörige Publikation New York Sleeps. Photographs by Christopher Thomas erschien 2009 im Prestel Verlag (3. Auflage 2011) und wurde kurz darauf mit dem Deutschen Fotobuchpreis ausgezeichnet. Des Weiteren erschien 2012 im Prestel Verlag die Serie Christopher Thomas. Venedig, die Unsichtbare, dessen Photographien 2012 bei Bernheimer präsentiert wurden. Die Publikation Christopher Thomas. Passion, Photographien der Passionsspiele Oberammergau 2010 ist ebenfalls im Prestel Verlag erhältlich.

Exhibitions

21 April 20164 Juni 2016
28 Dezember 201518 Januar 2016
2 Oktober 201415 November 2014
27 September 20148 November 2014
9 Mai 201426 Juli 2014
6 Dezember 20138 Februar 2014
28 November 201325 Januar 2014
19 Februar 201323 Februar 2013

Selected Works