Jan C. Schlegel: Unforgettable Traces

Do 7 Mai 2015Sa 11 Jul 2015
Öffnungszeiten: 
Mi - Fr: 12:00 - 18:00 Uhr, Sa: 10:00 - 16:00 Uhr

Bernheimer Fine Art präsentiert vom 07. Mai bis 11. Juli 2015 die erste Einzelausstellung des Photographen Jan C. Schlegel in der Schweiz.

Begeistert von ihrer Schönheit und Würde porträtiert Jan C. Schlegel Menschen, denen er auf Exkursionen in entlegene Regionen Afrikas oder Asiens begegnet. Entstanden sind eindringliche und intime Aufnahmen, die das Wesen der Porträtierten in einem Maße einfangen, die den Betrachter durchdringen, aufrütteln und nicht loslassen wollen. Sie sind Zeugnisse der besonderen Begegnungen des Photographen mit einzigartigen Menschen.

Unermüdlich bereiste Schlegel seit 1998 bereits über 60 Länder, stets auf der Suche nach kultureller Vielfalt jenseits der „Coca-Cola und T-Shirt Kultur“. Auf seinen Touren beobachtet der Künstler den rapiden Schwund von Traditionen und zunehmenden Wandel der Lebensgewohnheiten durch die Globalisierung. Die unaufhaltsamen Veränderungen weckten in dem Photographen den Wunsch, seine Eindrücke festzuhalten und ihre traditionellen Lebensformen in seinen Bildern zu bewahren. So schafft er in seinen Photographien ein Abbild der Wirklichkeit, das sich auf dem schmalen Grad von Kunst und Dokumentation bewegt. Oft verweilt er mehrere Wochen an einem Ort um Beziehungen aufzubauen, Vertrauen zu erlangen und die gewünschte Nähe in seinen Bildern zu ermöglichen. Nichts ist inszeniert, nichts vorgetäuscht. Die Porträtierten werden nicht speziell geschminkt oder geschmückt, sondern in ihrem gewohnten Umfeld so aufgenommen wie sie vorgefunden werden. Einzig der graue Hintergrund dient Schlegel als Stilmittel, um den Fokus auf die innere und äußere Anmut der Menschen zu lenken.

Wie sehr es Schlegel um die Einzigartigkeit jeder Begegnung geht, verraten die Titel, die er bei jedem Porträtierten akribisch mit Namen und Alter bei der Aufnahme versieht. Etwa Biwa (44 Jahre) dem angesehensten Krieger des Stammes Karo in Äthiopien, der stolz auf seinen Schultern ein Krokodil präsentiert und dessen Ziernarben an seinem Körper seinen Mut und Manneskraft bezeugen. Oder die Tochter des Stammesältesten Nale (18 Jahre), an deren Größe des Ohrschmucks ihre hohe Mitgift ablesen werden kann. Bei der damals 10-jährigen Monteria musste der Photograph fünf Tage lang die Erlaubnis der Eltern erbitten, bis er das Mädchen aus nächster Nähe mit ihren strahlend blauen Augen photografieren durfte.

Jedes Porträt erzählt eine Geschichte: eine persönliche des Photographen und noch viel mehr die Lebensgeschichte der Dargestellten, die an ihren Körpern gedeutet und durch ihre durchdringenden Blicke erahnt werden kann. Letztlich bleiben diese doch Geheimnisse und bilden Leerstellen in einer Welt, in der alles entschlüsselt werden möchte. Und doch formt genau das Mysteriöse, Ungreifbare und Geheimnisvolle ihrer Gestalten, zusätzlich entrückt durch die stark kontrastierte Sepia-Türkis-Tönung, die Personen zu majestätischen und erhabenen Grazien, wodurch Schlegel eine Huldigung an die menschliche Schönheit jenseits kultureller Unterschiedlichkeiten gelingt.

Die Schwarz-Weiß-Photographien von Jan C. Schlegel werden mit einer 4 x 5 klappbaren Laufbodenkamera (Ebony SV45 Ti) auf traditionellem Film (Kodak Tmax 400) aufgenommen und auf Barytpapier belichtet. Der Photograph verzichtet vollends auf digitale Nachbearbeitung. Jeder Abzug ist ein Unikat, den er mit einer eigens von ihm über zwei Jahre entwickelten Mixtur per Hand tönt, welche den Werken die unverwechselbare innere Tiefe und Kraft verleiht. Um eine maximale Haltbarkeit zu garantieren und die Tiefen der Schatten zu verstärken, werden die Bilder abschließend mit Selen getönt und auf 2mm dickes Aluminium kaschiert.

Biographie

Jan C. Schlegel wurde im Jahr 1965 im Schwarzwald geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder. Er entdeckte seine Leidenschaft für die Photographie im frühen Alter von vierzehn Jahren im Rahmen einer Photo AG in der Schule. Für seine erste eigene Kamera, die Spiegelreflexkamera Minolta XG9, sparte der Vierzehnjährige lange. Als Gewinner eines AGFA Photowettbewerbs mit Fokus auf Portraits durfte Schlegel an einem Seminar des Photographen Walter Schels an der Staatslehranstalt für Photographie in München teilnehmen. Unter Walter Schels Einfluss entdeckte Jan C. Schlegel seine Vorliebe für die Schwarz-Weiß-Photographie. Toni Schneiders, ein entfernter Nachbar Schlegels, war der zweite bedeutende Mentor für den jungen Photographen. Nach einer zweieinhalb Jahre langen Lehre am Bodensee war Schlegel bereits mit achtzehn Jahren ausgebildeter Photograph. Der Künstler unterrichtet an der University of the Nations Photographiekurse und nimmt seine Studenten mit auf seine Reisen und begleitet sie auf dem Weg, ihr eigenes Sehen zu finden. Seit 2011 wird Jan C. Schlegel exklusiv von der Galerie Bernheimer vertreten und ist bereits mit großem Erfolg auf Messen in London und Paris gezeigt worden.

Die Ausstellung wird eröffnet mit einem Apéro am Donnerstag, den 7. Mai 2015 von 17:30 Uhr – 20:00 Uhr. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in der Haldenstrasse 11, Luzern.

Jan C. Schlegel wird bei der Eröffnung anwesend sein.