Mat Hennek - Die Seele der Musik

Fr 15 Aug 2014Sa 20 Sep 2014
Öffnungszeiten: 
Montag und Dienstag geschlossen; Mittwoch bis Freitag 12:00 - 19:00 Uhr; Samstag 10:00 - 16:00 Uhr und nach Vereinbarung

Zeitgleich mit dem diesjährigen „Lucerne Festival“ präsentiert die Galerie Bernheimer Fine Art ab Donnerstag, 14. August, in den Galerieräumen in der Haldenstrasse 11, Luzern die Photoausstellung "Die Seele der Musik". Die Ausstellung wird das erste Mal in der Schweiz gezeigt. Vom 18. bis 20. August sind die Werke zusätzlich Teil einer einmaligen Präsentation im KKL. In Kooperation mit den Freunden des Lucerne Festivals wird eine umfangreiche Auswahl im Sommer Pavillon der KKL Terrasse zu sehen sein.

Die Ausstellung zeigt Musikerportraits des deutschen Photographen Mat Hennek. Wie kaum ein anderer prägte er in den vergangenen Jahren die Bildästhetik der klassischen Musik. Mat Hennek photographiert klassische Musiker, Pianisten, Dirigenten, Sänger, Geiger, Cellisten und andere. Menschen, die ihr Podiumsleben der flüchtigsten aller darstellenden Künste hulidgen. Menschen, von denen die meisten – entgegen gängiger Klischees – von einem „faszinierenden Desinteresse“ befallen werden, sobald es um Bilder geht oder gar ums Bild von sich selbst. Als sei dies mehr als nur ein lästiges professionelles Übel: fast ein Sakrileg. Die Photographie fängt ein, hält fest, die Musik beschwört die Vergänglichkeit.

Was also zeigen Henneks Porträts, was suchen sie? „Das Echte.“ Das Ungeschützte. Die Begegnung. Den kreativen Prozess, das Spiel. Den Blick und den Blick zurück. Wobei die Strategien, das jeweilige Gegenüber aufzuschließen, naturgemäß so unterschiedlich sind wie die Menschen selbst. Christian Thielemann etwa habe man beim Shooting regelrecht überrumpeln müssen, erzählt Mat Hennek, während Michial Pletnev kaum bereit gewesen sei, den Kopf zu heben. Und bei Anna Netrebko? „Da ging es darum die Schüchternheit hinter den Posen sichtbar zu machen.“

Mit Photographien wie diesen etablierte Hennek bei Plattenlabels wie Deutsche Grammophon oder Sony einen gänzlich neuen Klassik Stil, eine frische, keineswegs unumstrittene Ästhetik. Der Musiker als Zeitgenosse, als entspannter Bewohner der Oberfläche. Sein Laientum, sagt Hennek, habe ihm dabei geholfen. Seine völlige Unvoreingenommenheit berühmten Namen und Figuren gegenüber. Und vielleicht ist es tatsächlich so: Nur wer Claudio Abbados Fama nicht fürchtete, weil er sie nicht kannte, vermag letztlich derart tief in sein Seelenleben vorzudringen.

Mat Hennek hat seine Künstlerbegegnungen nie inszeniert, höchsten herbeigeführt, um dann sparsam abzudrücken, schnell zu sein, diskret. Witterungen aufnehmen. Mal reden, mal besser schweigen. Vorher spüren, im Finger, im Innersten, mit allen Sinnen, welches Bild es wird.

In seiner Portrait-Serie finden sich neben Opernstars wie Anna Netrebko, Magdalena Kozená, Thomas Quasthoff, Solisten wie Hélène Grimaud, Lang Lang, Hilary Hahn, Mischa Maisky, Krystian Zimerman und Dirigenten wie Claudio Abbado, Sir Simon Rattle, Esa-Pekka Salonen und Christian Thielemann.

Mat Hennek hat einen wachen Blick für die verborgenen, unverfälschten Seiten der Musiker, so dass man beim Betrachten der Photographien stets den intimen Dialog zwischen dem Photographen und dem Posierenden spürt. Es gelingt ihm die Bühnenstars in ungewohnter Umgebung und ungewohnten Posen abzulichten - am liebsten in freien Natur: Mit Dietrich Fischer-Dieskau war Hennek schon im Wald, auch mit Sir Simon Rattle, Ben Heppner, Vadim Repin, mit Kent Nagano und natürlich mit seiner Lebensgefährtin Hélène Grimaud.